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Abteilwagen AKE-RHEINGOLD @Dominik Ketz

TEE-Abteilwagen Avmz 111.5 – Wagennummer: 61 80 19-90 252-6

1973/74 wurden insgesamt 16 TEE/IC-Abteilwagen 1. Klasse mit neuartigen Schwenkschiebetüren für einen bequemeren Einstieg geliefert. Unser Wagen gehört zur zweiten Serie von 10 Wagen, wurde in Kassel bei der Waggonfabrik Wegmann & Co. gebaut und am 15.11.74 mit der Wagennummer 61 80 19-70 207-4 in Dienst gestellt. Die elektrische Ausrüstung ließ (und lässt noch) einen Einsatz in allen europäischen Bahnstromnetzen zu. Bei diesem Fahrzeug wurden bereits werksseitig die Kästen für die außen angebrachten Zuglaufschilder vom WC- unter das erste Abteilfenster verlegt, damit der Wagenlauf auch bei geöffneter Einstiegstür erkennbar war, ein Mangel, der nach der Lieferung der ersten sechs Wagen erkannt wurde.

Die erste Beheimatung war in Dortmund mit Einsätzen im damals noch ausschließlich erstklassigen IC-Netz. Doch dies währte nicht lange: Bereits 1975 wurde er den Bundesbahnzentralämtern Minden (Westf) und München zugeordnet und diente als Versuchsträger für verschiedene Bauarten von hydraulischen Dämpfern an den Drehgestellen zur Steigerung der Laufruhe bei Geschwindigkeiten über 160 km/h. Buchmäßig war er München beheimatet, dort erfolgte auch im Februar 1977 offiziell die Zulassung für 200 km/h, verbunden mit einer Umzeichnung in 19-90 207.

Mit diesem Fahrzeug wurden in den Folgejahren Versuchsfahrten auf der „Schnellfahrstrecke“ zwischen Bielefeld und Hamm (Westf) mit Geschwindigkeiten bis 250 km/h durchgeführt. Dies hatte jedoch zur Folge, dass er als einziger der 16 Wagen mit Schwenkschiebetüren 1983 nicht für den TEE „Rheingold“ hergerichtet wurde.

1985 kehrte unser Wagen zurück in den kommerziellen Dienst. Von Frankfurt am Main aus wurde er vorwiegend im internationalen Eurocity-Netz eingesetzt, so z. B. auch regelmäßig bis nach Paris. 1995 verlor er seine TEE-Lackierung und erhielt die „Produktfarben“ orientrot/weiß mit pastellviolettem Absetzsteifen. Die störungsanfälligen und wartungsintensiven Schwenkschiebetüren wurden ebenfalls ausgebaut und durch die damals üblichen Drehfalttüren ersetzt.

Im Frühjahr 2000 wurde das Fahrzeug an die Niederländischen Eisenbahnen verkauft, erhielt die neue Nummer 61 84 19-90 252-2, ein dunkelblaues Farbkleid und lief ab Amsterdam im internationalen Nachtzugverkehr. 2001 wurde die seit 1974 unveränderte Inneneinrichtung mit Wandverkleidungen in Grautönen und Polsterbezügen in blau sowie die Energieversorgung erneuert, vier Jahre später erhielt der Wagen den in Holland üblichen Außenanstrich in blau/gelb.

Die Leistungen in den Niederlanden endeten 2010 und der Wagen wurde von der DB zurückgekauft, erhielt die ICE-Lackierung und wurde wieder in IC-Zügen eingesetzt, wegen des Wagenmangels jedoch in der zweiten Klasse.

Nach über 35 Dienstjahren wurde das Fahrzeug im April 2020 abgestellt und später zum Verkauf angeboten. So konnte es im September 2021 von der AKE-Eisenbahntouristik erworben werden und verstärkt wieder in beige/roter Lackierung unseren historischen AKE-Rheingold.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.5 – Wagennummer: 61 80 19-90 251-8

Dieser Wagen ist ein besonderes „Schmankerl“ in unserem Fahrzeugpark, war er doch tatsächlich ab 1983 im damaligen „Flaggschiff der DB“, dem neuen, aufgewerteten TEE „Rheingold“ eingesetzt. Doch zunächst zu seiner Geschichte:

Unser Wagen wurde bei der Waggonfabrik Wegmann & Co. in Kassel gebaut und am 14.09.1973 mit der Wagennummer 61 80 19-70 164-7 in Dienst gestellt. Seine elektrische Ausrüstung ließ einen Einsatz in allen europäischen Bahnstromnetzen zu. Er gehörte zu einer ersten Serie von sechs Fahrzeugen, die Schwenkschiebetüren für einen bequemeren Einstieg erhielten.
Nicht bedacht wurde dabei zunächst, dass die Türen im geöffneten Zustand die Kästen für die damals außen angebrachten Zuglaufschilder verdeckten. Dieser Umstand wurde später und bei weiteren neuen Wagen durch die Verlegung der Schilderkästen geändert.

Fast zehn Jahre war der Wagen dann im Hamburg beheimatet und lief u.a. in so bekannten TEE-Zügen wie „Helvetia“ nach Zürich, „Parsifal“ nach Paris und „Blauer Enzian“ über München nach Klagenfurt, in den ersten Jahren mit zulässigen 160 km/h. Im März 1977 erfolgte die Ertüchtigung für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h, verbunden mit einer Umzeichnung in 19-90 164-3, das Einsatzgebiet blieb in den hochwertigen TEE- und IC-Zügen. Der „Rheingold“ war 1983 der letzte verbliebene deutsche TEE und sollte zu diesem Zeitpunkt wieder zum „Paradezug“ der DB werden.

Für den Einsatz wurden 15 der 16 vorhandenen Abteilwagen der Bauart Avmz 111 mit Schwenkschiebetüren ausgewählt, dabei war auch unser Fahrzeug. Es erhielt neuen Teppichboden, farblich passende Vorhänge, war von außen durch einen 100 mm breiten, orangefarbenen Streifen unterhalb der Fenster erkennbar und pendelte fortan zwischen Amsterdam und Basel. 1987 wurde der „Rheingold“ endgültig eingestellt und unser Wagen von Frankfurt (M) aus im Intercity- und Eurocity-Verkehr eingesetzt.

Anfang 1993 erhielt der Wagen eine grundlegende Aufarbeitung und dabei die IC-Produktfarben weiß/orientrot mit pastellviolettem Absetzstreifen. Allerdings erwiesen sich die bei nur wenigen Wagen vorhandenen Schwenkschiebetüren aus den frühen siebziger Jahren in der Unterhaltung als sehr aufwändig und nach 20 Jahren war auch die Ersatzteilbeschaffung schwierig. Sie wurden deshalb ausgebaut und durch die üblichen Drehfalttüren ersetzt.

Die zunehmende Umstellung des IC-Netzes auf ICE-Züge ließ zur Jahrtausendwende den Wagenbedarf für konventionelle IC-Züge sinken, jedoch hatten die Niederländischen Eisenbahnen einen erhöhten Bedarf an klimatisierten 1. Klasse-Wagen für ihr eigenes IC-Netz. So wurde unser Waggon im Jahr 2000 nach Holland verkauft, erhielt eine dunkelblaue Lackierung, die neue Nr. 61 84 19-90 251-4 und lief ab Amsterdam im „Overnight-Express“ nach Mailand.

2001 wurde unser Wagen im Werk Neumünster einem „Redesign“ unterzogen und erhielt eine Inneneinrichtung in Grau- und Blautönen, außen einen dünnen Zierstreifen unter den Fenstern und eine neue elektronische Energieversorgungsanlage. 2005 wurde er umgespritzt in den üblichen niederländischen Farben Blau und Gelb und dort fortan in nationalen Intercity-Zügen eingesetzt.

Nach fast zehn Jahren wurde er in Holland nicht mehr benötigt, jedoch hatte die DB durch die gestiegenen Fahrgastzahlen wieder einen höheren Wagenbedarf. Unser Fahrzeug wurde 2011 wieder zurückgekauft, in den ICE-Farben lackiert und die nächsten neun Jahre im IC-Dienst eingesetzt, allerdings in der 2. Klasse.

Im April 2020 wurde der Wagen abgestellt und später zum Verkauf angeboten. Im September 2021 konnte er von der AKE-Eisenbahntouristik erworben werden, erhielt wieder sein ursprüngliches TEE-Farbkleid und verstärkt seitdem den historischen AKE-Rheingold.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.5 – Wagennummer: 61 80 19-90 254-2

Dieser Wagen erblickte das Licht der Welt in den Werkshallen der Messerschmidt-Bölkow-Blohm GmbH in Donauwörth und wurde am 11.07.73 in Dienst gestellt, zugelassen für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Nach den ersten Versuchen in der vorherigen Serie mit Schwenkschiebetüren erhielt das Fahrzeug wieder die damals üblichen Drehfalttüren, konnte aber unberührt davon in allen europäischen Bahnstromnetzen eingesetzt werden.

Seine erste Heimat fand er in Emmerich, dem Grenzbahnhof zwischen Deutschland und den Niederlanden und lief im TEE „Rheingold“ zwischen Amsterdam und Genf bzw. Chur. Im September 1976 wurde der Wagen für 200 km/h hergerichtet und wechselte nach Dortmund: Neben IC-Leistungen stand bis 1983 auch weiterhin der „Rheingold“ nach Chur und Mailand auf seinem Dienstplan.

Ab 1984 war unser Wagen für fast zehn Jahre in Frankfurt (M) zuhause und wegen seiner Mehrspannungsfähigkeit vorzugsweise in internationalen IC- und später EC-Zügen, immer noch in den TEE-Farben. Diese verlor er jedoch im Herbst 1992, er erstrahlte fortan in den „Produktfarben“ weiß/orientrot mit pastellviolettem Absetzstreifen.

Im Jahr 2000 war das Fahrzeug bei der DB überzählig, jedoch hatten die Niederländischen Eisenbahnen einen Bedarf an hochwertigen Wagen für den Nachtzug „Overnight-Express“ Amsterdam - Mailand. So wurde es nach einer Lackierung in dunkelblau im Frühjahr 2000 nach Holland verkauft, erhielt die Nummer 61 84 19-90 252-4 und war in Amsterdam beheimatet.

Die Inneneinrichtung war über 25 Jahre unverändert: Bei den Wandverkleidungen dominierte Holzdekor in Rüster-Nachbildung, dunkelgrüner Polsterstoff fand bei Sitzen und Kopfstützen Verwendung, letztere mit weißen Schonbezügen und kleinen Kopfkissen ausgestattet. 2001 erhielt unser Fahrzeug dann ein „Redesign“ mit Verkleidungen in verschiedenen Grautönen und Bezüge in anthrazit, 2005 einen Neulack in blau/gelb.

Nach fast zehn Jahren kehrte unser Wagen nach Deutschland zurück, wurde im ICE-Farbschema lackiert und in den zusätzlichen IC-Zügen eingesetzt, jedoch in der zweiten Wagenklasse.

Im Jahre 2020 erfolgte die endgültige Abstellung und er wurde zum Verkauf angeboten. Wir haben diesen Wagen dann im September 2021 erworben und ihn mit einer beige/roten Lackierung für unseren AKE-Rheingold in das ursprüngliche Aussehen zurückversetzt.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.5 – Wagennummer: 61 80 19-90 255-9

1973 lieferte die Waggonfabrik Wegmann & Co. in Kassel weitere zehn TEE/IC-Abteilwagen 1. Klasse. Unser Wagen stammt aus dieser Serie und wurde am 02.05.73 mit der Wagennummer 61 80 19-70 158-9 in Dienst gestellt. Diese Kodifizierung weist auf eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und eine elektrische Ausrüstung für alle europäischen Bahnstromsysteme hin, deshalb auch die Bezeichnung „Mehrspannungswagen“.

Bei diesem Fahrzeug wurden erstmals ergonomisch verbesserte Sitze eingebaut, die gänzlich umpolsterten Armlehnen konnten vollständig in die Rückenlehnen eingeklappt werden.

So komfortabel ausgestattet, war der Wagen für einen Einsatz in den Spitzenzügen der DB prädestiniert, von München aus lief er in den TEE „Erasmus“, „Rheingold“ und „Roland“ mit den Endpunkten Den Haag/Hoek van Holland, Chur, Mailand und Bremen.

Der Anbau von hydraulischen Schlingerdämpfern an den Drehgestellen ermöglichte ab Januar 1977 eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. 1981 wechselte der Wagen von München nach Hannover und verstärkte dort bekannte Intercity-Züge wie „Germania“, „Wetterstein“ und „Meistersinger“. Nach fünf Jahren zog es ihn an den Rhein, Köln wurde seine neue Heimat. Dort wurden die Einsätze wieder internationaler, Eurocity-Züge in die Niederlande und nach Belgien standen in seinem Dienstplan.

1995 musste sich das Fahrzeug von seiner TEE-Lackierung verabschieden, es erhielt die IC-Produktfarben in weiß/orientrot/pastellviolett. 

Durch die Lieferung neuer ICE-Züge ergab sich nach 2000 ein Überbestand bei dieser Bauart, unser Wagen wurde im Mai 2001 an die Niederländischen Eisenbahnen verkauft. Zunächst kam er im Nachtzug-Blau regelmäßig nach Mailand. Einige Jahre später und in einem blau/gelben Farbkleid, einer grau/blauen Inneneinrichtung und mit der neuen Wagennummer 61 84 19-90 255 lief er ab Amsterdam im holländischen IC-Netz.

Diese Einsätze endeten nach fast zehn Jahren, sein guter Zustand und der wieder erhöhte Wagenbedarf veranlasste die DB zum Rückkauf. In der ICE-Lackierung wurde der Wagen dann wieder in IC-Zügen eingesetzt, allerdings in der zweiten Wagenklasse. Lange Jahre befuhr er so die IC-Linie Norddeich – Köln – Luxemburg, später viel in Zusatz-Intercity-Zügen rund um das Wochenende.

Ab 2020 waren diese Leistungen nicht mehr erforderlich, das Fahrzeug wurde abgestellt und zum Verkauf angeboten. Im Herbst 2021 
erwarben wir den gut erhaltenen Wagen und nach einer Neulackierung in den TEE-Farben beige/rot wird er nun wieder standesgemäß im AKE-Rheingold eingesetzt.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.5 – Wagennummer: 61 80 19-90 256-7

Sie reisen hier in einem Fahrzeug, das 1973 in Donauwörth bei der Messerschmidt-Bölkow-Blohm GmbH gebaut wurde und zur letzten Serie von TEE-Abteilwagen gehörte, die bei der Lieferung noch Drehfalttüren hatte, die 1962 im DB-Fernverkehr eingeführt wurden. Es handelte sich bei ihm um einen sogenannten „Mehrspannungswagen“, der mit seinen elektrischen Einrichtungen in allen vier europäischen Bahnstromnetzen eingesetzt werden konnte.

Die Inneneinrichtung war in den damals üblichen Farbtönen gehalten: Die Wandverkleidungen hatten ein Rüster-Dekor, die Sitze einen grünen Polsterstoff, weiß bezogene Kopfstützen und kleine Nackenkissen rundeten das Erscheinungsbild ab.

Nach seiner Abnahme am 4. Oktober 1973 als „Avümz 111, 61 80 19-70 183-7“ wurde der für 160 km/h zugelassene Wagen zunächst in Emmerich stationiert und im TEE „Rheingold“ zwischen Amsterdam und Genf bzw. Chur eingesetzt.

1977 erfolgte die Ertüchtigung für eine Höchstgeschwindigkeit vom 200 km/h und Hamburg wurde seine neue Heimat, dies über 15 Jahre lang, es gefiel ihm wohl gut an der Waterkant und gebraucht wurde er dort auch. Bekannte Namen standen in seinem Dienstplan: Mit dem „Helvetia“ erreichte er Zürich, mit dem „Parsifal“ Paris, im „Tiziano“ war Mailand sein Ziel.

20 Jahre harter Betriebseinsatz gingen an dem Wagen nicht spurlos vorbei, 1993 erhielt er eine Vollaufarbeitung, verlor dabei jedoch seinen TEE-Lack und glänzte fortan in den „IC-Produktfarben“ weiß/orientrot/pastellviolett. Die weiterhin vorhandenen Drehfalttüren ließen eine Druckertüchtigung für den Einsatz auf den tunnelreichen Neubaustrecken nicht zu, 1996 erfolgte deshalb ein Wechsel nach Stuttgart. Von dort aus lief er bis zum Jahr 2000 in Eurocity-Zügen hauptsächlich in die Schweiz und nach Italien.

Zur Jahrtausendwende wurden viele überzählige Wagen abgestellt und zum Verkauf angeboten. Die Niederländischen Eisenbahnen hatten Interesse an diesem komfortablen Fahrzeug und kauften es für eine Verwendung im internationalen Nachtzugverkehr. 28 Jahre nach seinem „Rheingold“-Einsatz war der Wagen wieder regelmäßig in Amsterdam und Mailand, jetzt allerdings mit der neuen Wagennummer 61 84 19-90 256-3, einer blauen und später blau/gelben Lackierung und einer erneuerten Inneneinrichtung in Grau- und Blautönen.

Eine besondere Ehre wurde unserem Wagen zuteil, als er im Juni 2007 den „Königlichen Zug“ verstärkte, in dem Königin Beatrix der Niederlande reiste.

2010 wurde er in den Niederlanden nicht mehr benötigt, aber die DB hatte zwischenzeitlich einen erhöhten Wagenbedarf und kaufte ihn wieder zurück. In der ICE-Farbgebung verstärkte er ab 2011 als 2. Klasse-Fahrzeug die zusätzlich erforderlich gewordenen Intercity-Züge.

Diese Dienste endeten 2020, der Wagen wurde wieder abgestellt und zum Verkauf angeboten.

Die AKE-Eisenbahntouristik erwarb ihn im Herbst 2021, versetzte ihn äußerlich in sein ursprüngliches Aussehen in TEE-Glanzzeiten zurück und setzt das gut erhaltene Fahrzeug nun im „AKE-Rheingold“ ein.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.5 – Wagennummer: 61 80 19-90 258-3

1973 erhielt die Waggonfabrik Messerschmidt-Bölkow-Blohm in Donauwörth den Auftrag zur Lieferung einer letzten Serie von TEE-Abteil-
wagen mit den damals noch üblichen Drehfalttüren an den Einstiegen. Unser Wagen wurde mit der Nummer 61 80 19-70 187-8 am 31.12.1973 abgenommen, war zugelassen für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und mit seiner elektrischen Ausrüstung international für alle Bahnstromsysteme geeignet.

Die erste Beheimatung war von 1974 bis 1978 in Hannover, von dort aus wurde er in den Zügen „Rheinpfeil“, „Rheingold“ und „Roland“ als Kurswagen Hannover – Duisburg – Basel – Mailand eingesetzt.

Im Februar 1978 wurde das Fahrzeug für 200 km/h hergerichtet und lief von Hamburg aus in so bekannten Zügen wie dem „Helvetia“ nach Zürich, „Parsifal“ nach Paris und „Tiziano“ nach Mailand.

Seine beige/rote TEE-Lackierung konnte sich der Wagen lange bewahren, erst im März 1991 erhielt er im Rahmen einer Vollaufarbeitung die „IC-Produktfarben“ in weiß und orientrot mit einem pastellvioletten Absetzstreifen. Von der Waterkant ging es dann 1996 ins Bayernland: München wurde seine neue Heimat, vorwiegend verbunden mit Einsätzen im Eurocity „Maurice Ravel“ nach Paris.

Durch die zunehmende Lieferung weiterer ICE-Züge wurden nach 2000 viele herkömmliche Wagen überzählig. Dies traf auch unseren „187“: Er wurde im Juni 2001 an die Niederländischen Eisenbahnen verkauft, erhielt jedoch zuvor im DB-Werk Neumünster eine Neugestaltung der Inneneinrichtung mit Wandverkleidungen und Polsterbezügen in Grau- und Blautönen sowie eine Neulackierung im Nachzug-Blau und später in den für holländische Fahrzeuge üblichen Farben Gelb und Blau.

In den Niederlanden war der Wagen dann überwiegend im nationalen IC-Netz eingesetzt, bis er 2010 dort nicht mehr benötigt wurde, die DB jedoch wieder einen erhöhten Wagenbedarf hatte, das Fahrzeug zurückkaufte und es in der ICE-Lackierung in IC-Zügen einsetzte.

2020 erfolgte die endgültige Abstellung und der Wagen wurde zum Verkauf angeboten. Im Herbst 2021 wurde das gut erhaltene Fahrzeug von der AKE-Eisenbahntouristik gekauft, äußerlich mit den TEE-Farben in den Ablieferungszustand zurückversetzt und verstärkt seitdem unseren historischen „AKE-Rheingold“.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.0 – Wagennummer: 56 80 19-94 001-0

Ab 1960 entwickelte das Bundesbahnzentralamt Minden (Westf) für den Fernschnellzug „Rheingold“ neues, komfortables Wagenmaterial, das klimatisiert und für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h geeignet sein sollte.

Unser Wagen wurde am 24. Mai 1962 von der Waggon- und Maschinenbau GmbH in Donauwörth als „Av4üm-62, 10401“ geliefert. Er war der erste einer Serie von zehn Wagen, die dort gebaut wurden und kann somit als „Urahn“ aller nachfolgend gebauten Fahrzeuge betrachtet werden. Für ein repräsentatives Äußeres erhielten alle Wagen eine Lackierung in beige und kobaltblau.

Ab dem 27. Mai 1962 war der Wagen im F 9/10 „Rheingold“ zwischen Amsterdam bzw. Hoek van Holland und Basel eingesetzt, beheimatet im Badischen Bf von Basel, der zwar auf schweizerischem Gebiet liegt, dessen Betrieb aber bis heute der DB obliegt.

Wegen seines hohen Komforts wurde der „Rheingold“ – zeitgleich mit dem „Rheinpfeil“ – 1965 zum Trans-Europ-Express hochgestuft, was für unseren Wagen 1966 mit einer Umlackierung in die TEE-Farben beige und rot einherging. Computergerecht wurde er dabei in 61 80 19-80 001-9 umgezeichnet.

Bis zum Ende der sechziger Jahre war unser 001 wegen seiner klotzgebremsten Drehgestelle ausschließlich in den TEE „Rheingold“ und „Rheinpfeil“ eingesetzt, zu dieser Zeit fehlten noch Erfahrungen zu einem gemischten Einsatz mit scheibengebremsten Wagen. Dies änderte sich nach 1970, der Wagen wurde mit wechselnden Heimatbahnhöfen (z.B. Dortmund, Frankfurt (M) und München) in allen TEE- und IC-Zügen eingesetzt.

1981 wurde er komplett aufgearbeitet, weil die Hälfte seiner voraussichtlichen Lebensdauer erreicht war. Er erhielt u.a. neue Fenster und Polsterbezüge sowie scheibengebremste Drehgestelle mit Schlingerdämpfern, die eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h zuließen. Allerdings verlor er seine Dampfheizeinrichtungen und war fortan nur noch in den Bahnstromnetzen von Deutschland, Österreich und der Schweiz einsetzbar.

Die nächsten 20 Jahre lief er bei wechselnden Stationierungen in IC-Zügen im gesamten Bundesgebiet, nach Österreich und in die Schweiz, ab April 1992 in der neuen IC-Lackierung weiß/orientrot mit pastellviolettem Absetzstreifen. Die Ausmusterung bei der DB erfolgte zum 30.11.2000.

Danach war er von der FLEX AG für den Hamburg – Flensburg-Express vorgesehen und erhielt eine orange/blau/graue Lackierung. Nach dem Scheitern dieses Projekts wurde er 2005 von einem Privatmann übernommen und wieder in den TEE-Farben lackiert. Von August 2013 bis März 2014 war er für einen Einsatz im Hamburg – Köln - Express vermietet, bevor der Wagen 2014 bei der AKE-Eisenbahntouristik eingestellt wurde und dieses allererste Exemplar nun wie schon 1962 im AKE „Rheingold“ eingesetzt wird.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.0 – Wagennummer: 56 80 19-94 005-1

Auch dieser Wagen gehörte zur ersten Serie von insgesamt zehn Wagen, die von der Waggon- und Maschinenbau GmbH in Donauwörth für den „Rheingold“ gebaut wurde. Er wurde am 24. Mai 1962 als Av4üm-62 10465 in Dienst gestellt, gerade noch rechtzeitig, um den „Rheingold“ ab 27. Mai 1962 mit dem neuen beige und kobaltblau lackierten und für 160 km/h zugelassenen Wagen auszustatten.

Zunächst in Basel, später in München beheimatet, erreichte er in den komfortablen Fernschnellzügen „Rheingold“ und „Rheinpfeil“ seine Ziele Amsterdam, Hoek van Holland und Dortmund im Norden sowie Basel, Chur und Mailand im Süden.

Als beide Züge 1965 den Rang eines „Trans-Europ-Express“ erhielten, wurde auch unser Wagen 1966 in den TEE-Farben beige/rot lackiert und computergerecht in 61 80 19-80 005-0 umgezeichnet.

Obwohl die Wagen nun hochmodern und klimatisiert waren, besaßen sie trotzdem noch eine Dampfheizleitung. Diese war auch erforderlich, auf nicht elektrifizierten Strecken – so wurde der „Rheingold“ zwischen Duisburg und Arnhem anfangs von der legendären, mit Dampf heizenden „V 200“ gezogen – lieferte sie die erforderliche Wärme für die Klimaanlage. Die „Kälte“ kam aus einem speziellen Aggregat im Wagen, den dafür notwendigen Strom sicherten zwei Achsgeneratoren und eine große Batterie.

Die fortschreitende Elektrifizierung machte diese Betriebsform entbehrlich, bei seiner Vollaufarbeitung 1981 wurde die Dampfheizung deshalb ausgebaut. Dafür erhielt der Wagen scheibengebremste Drehgestelle mit Schlingerdämpfern und war danach für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h geeignet, dies verbunden mit einer Umzeichnung in 61 80 19-94 005-4. Eingesetzt wurde er vorwiegend in IC-Zügen in Deutschland, nach Österreich und in die Schweiz.

Nachdem dieser Wagen bis 1993 in den TEE-Farben unterwegs war, wurde er zu diesem Zeitpunkt in den IC-Produktfarben weiß/orientrot mit pastellviolettem Absetzstreifen lackiert. Dies sollte aber keinen langen Bestand haben, im Mai 1999 erhielt er noch die verkehrsrote Farbgebung.

Durch die Auslieferung weiterer ICE-Züge reduzierte sich der Bedarf an IC-Wagen, nach fast 40 Betriebsjahren wurde unser 005 am 30.07.2001 bei der DB ausgemustert. Das bedeutete aber nicht das Ende, da der Wagen gut erhalten war und immer noch einen hohen Komfort aufwies (die Abteillänge von 2,32 m zwischen den Trennwänden wird heute nicht mehr erreicht), war er 2003 für den Flensburg-Express der im gleichen Jahr bereits insolventen FLEX AG vorgesehen, wurde dann aber 2006 von einem Privatmann übernommen, im Deutschen Dampflok Museum in Neuenmarkt-Wirsberg abgestellt und erhielt in dieser Zeit seine alte TEE-Farbgebung zurück.

Seit 2014 gehört der Wagen zur AKE-Eisenbahntouristik und wird seitdem wieder in seinem Stammzug „Rheingold“, für den er einst gebaut wurde, eingesetzt.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.0 – Wagennummer: 56 80 19-94 006-9

Dieses Fahrzeug gehört ebenfalls zu den Original-Rheingold-Wagen aus der ersten Serie von zehn Wagen aus 1962, geliefert von der Waggon- und Maschinenbau GmbH in Donauwörth.

Als Av4üm-62, 10 406 wurde er ab Mai 1962 im „Rheingold“ eingesetzt, damals noch beige/kobaltblau lackiert und durch zusätzliche Magnetschienenbremsen für 160 km/h zugelassen, ein Novum zu dieser Zeit, nur dieser Zug erreichte eine solche Höchstgeschwindigkeit.

War seine erste Heimat noch Basel, wechselte er mit der Umstellung des „Rheinpfeil“ auf das neue Wagenmaterial 1963 nach München und lief von dort in beiden Zugpaaren – die durch mehrere Kurswagenläufe immer eng miteinander verbunden waren – in die Niederlande, die Schweiz und nach Italien, so z.B. in der heute kaum noch vorstellbaren Kurswagenverbindung Mailand – Hoek van Holland.

Nachdem beide Züge 1965 den Rang eines „Trans-Europ-Express“ bekamen, wurde unser Wagen in den üblichen TEE-Farben beige/rot lackiert und erhielt die vom Internationalen Eisenbahnverband (UIC) entwickelte EDV-gerechte Wagennummer 61 80 19-80 006-8. Bis zum Ende der sechziger Jahre war der Wagen wegen seiner klotzgebremsten Drehgestelle ausschließlich in den TEE „Rheingold“ und „Rheinpfeil“ eingesetzt, erst dann waren gemischte Einsätze mit scheibengebremsten Wagen zugelassen, so dass er nach 1970 in allen TEE- und IC-Zügen anzutreffen war.

Im September 1980 erhielt das Fahrzeug eine Vollaufarbeitung, dabei wurden u. a. neue, wasserdichtere Fenster eingebaut, Teppichböden und Polsterbezüge erneuert, die Dampfheizung entfiel und mit neuen Drehgestellen war künftig eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h möglich. Die elektrische Ausrüstung ließ aber nur noch Einsätze in Deutschland, nach Österreich und in die Schweiz zu, entsprechend wurde der Wagen in 61 80 19-94 006-2 umgezeichnet.

Abwechselnd in Dortmund, Köln und Basel (um nur einige Stationierungen zu nennen) beheimatet, wurde unser Wagen dann überwiegend in Intercity- und Eurocity-Zügen eingesetzt, ab 1993 in den IC-Produktfarben weiß/orientrot mit pastellviolettem Absetzstreifen lackiert.

Nach etwas mehr als 38 Dienstjahren erfolgte am 30.11.2000 die Ausmusterung bei der DB AG. Zunächst gelangte er 2004 zur FLEX AG, die ihn zwischen Padborg und Hamburg im Flensburg-Express einsetzte. Nachdem diese Gesellschaft insolvent wurde, war er ab 2006 als Privatwagen im Deutschen Dampflok Museum abgestellt, in dieser Zeit erhielt er wieder seine TEE-Lackierung in beige/purpurrot zurück. Weitere Einsätze fanden anschließend in Sonderzügen der Centralbahn statt, bis die AKE-Eisenbahntouristik 2014 den Wagen übernahm und er jetzt wieder fester Bestandteil des „Rheingold“ ist, wie schon Anno 1962.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.0 – Wagennummer: 56 80 19-94 023-4

Bei diesem Fahrzeug handelt es sich ebenfalls um einen Original-Rheingold-Wagen, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Die vorhandenen 22 Abteilwagen aus 1962 und 1963 reichten nicht aus, um zeitweise erforderliche Verstärkungen des „Rheingold“ und „Rheinpfeil“ auch mit klimatisierten Wagen auszustatten. Bei Bedarf wurden den Zügen deshalb blaue Schnellzugwagen der 1. Klasse beigestellt, die aber nicht klimatisiert waren und auch nicht den für diese Zugpaare üblichen Komfort aufwiesen. 1966 kam es deshalb zu einer Bestellung von weiteren sechs TEE-Wagen, um die blauen D-Zug-Wagen zu ersetzen.

Unser Wagen ist der Erste aus dieser Serie, wieder von der Waggon- und Maschinenbau GmbH in Donauwörth gebaut und mit der Wagennummer 61 80 19-80 023-3 am 22. Mai 1967 in Dienst gestellt. Auffälligstes Merkmal sind die veränderten Dachenden. Waren sie bislang abgerundet, wurde das Dach jetzt bis zum Ende gradlinig ausgeführt, was u.a. Erleichterungen bei der Unterbringung der Wassertanks mit sich brachte. Beibehalten wurden jedoch die beim „Rheingold“ und „Rheinpfeil“ üblichen klotzgebremsten Drehgestelle, da ein Mischbetrieb mit scheibengebremsten Wagen zu dieser Zeit noch nicht zugelassen war. Dies änderte sich nach 1970, der Wagen war seitdem in allen TEE- und IC-Zügen anzutreffen.

Bei seiner Vollaufarbeitung im Juli 1981 wurde das Fahrzeug mit scheibengebremsten Drehgestellen und Schlingerdämpfern ausgestattet, damit für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h zugelassen und entsprechend in 61 80 19-94 023-7 umgezeichnet. Das Einsatzgebiet beschränkte sich jedoch auf IC-Leistungen in Deutschland sowie nach Österreich und in die Schweiz, da diese drei Länder über das gleiche Bahnstromsystem verfügen.

1991 wurde der Wagen in den IC-Produktfarben weiß/orientrot mit pastellviolettem Absetzstreifen lackiert, nach weiteren zehn Jahren IC-Dienst erfolgte am 31.08.2001 die Ausmusterung.

2003 wurde der Wagen von den SBB erworben und lief im Allgäu-Express (alex) zwischen München und Oberstdorf, in einem weißen Farbkleid mit roten und blauen Elementen. Innen erhielt er nach schweizerischen Vorgaben Polsterbezüge in rot/grau und in den ersten beiden Abteilen anstelle der mittleren Sitze jeweils eine Ablagefläche, die auch eine Steckdose aufweist. 2008 wurde das Fahrzeug von der Länderbahn übernommen, erhielt das neue Farbschema in weiß/türkis und wurde im alex-Netz zwischen Hof und München eingesetzt.

Der Wagen ist seit 2017 bei der AKE-Eisenbahntouristik eingestellt, wieder in den TEE-Farben lackiert und läuft seitdem standesgemäß im „Rheingold“.

Avmz-Infokasten-8

Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.0 – Wagennummer: 56 80 19-94 038-2

Der „Helvetia“ wurde seit Beginn des TEE-Zeitalters im Jahre 1957 mit dem legendären Triebwagenzug VT 11.5 (später VT 601) gefahren. Da das Sitzplatzangebot trotz maximaler Zuglänge oftmals nicht ausreichte, hatte die DB beschlossen, den TEE „Helvetia“ 1965 in einen lokbespannten Wagenzug umzuwandeln. Hierfür wurden bei der Waggon- und Maschinenbau GmbH in Donauwörth neun klimatisierte Abteilwagen der Rheingold-Bauart bestellt, allerdings bereits in den üblichen TEE-Farben beige/rot.

Unser Wagen war einer davon und wurde mit der Nummer 10430 am 17.03.65 in Dienst gestellt. Er besaß bei der Ablieferung noch klotzgebremste Drehgestelle und war für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zugelassen. Seine Energieversorgung ließ Einsätze in allen europäischen Bahnstromnetzen zu, die für die Klimaanlage erforderliche Wärme konnte aber auch von einer Lok mit Dampfheizung bereitgestellt werden. Dies war auch zwingend notwendig, denn obwohl der gesamte Laufweg des „Helvetia“ bereits elektrifiziert war, erfolgte im Abstellbahnhof Hamburg-Langenfelde in den sechziger Jahren die morgendliche Vorheizung noch mit Dampf.

Der Wagen wurde also in Hamburg beheimatet und lief wie vorgesehen überwiegend im TEE „Helvetia“ nach Zürich, EDV-gerecht wurde er 1966 in 61 80 19-80 108-2 umgezeichnet. Erst nachdem ein Mischbetrieb von klotz- und scheibengebremsten Wagen zugelassen war, konnte man das Fahrzeug in allen TEE- und IC-Zügen antreffen.

Eine Vollaufarbeitung des Wagens fand im Juni 1980 statt, dabei erhielt er für 200 km/h geeignete Drehgestelle, es entfiel die Dampfheizung und die elektrische Ausrüstung war nur noch für einen Einsatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz geeignet, weil diese Länder das gleiche Bahnstromsystem verwenden; die Wagennummer wurde entsprechend auf 61 80 19-94 038-5 festgelegt.

Die folgenden 20 Jahre war das Fahrzeug im IC- und EC-Netz eingesetzt, ab Mai 1989 in den IC-Produktfarben weiß/orientrot mit pastell-violettem Absetzstreifen lackiert.

Am 30.06.2001 bei der DB ausgemustert, aber noch gut erhalten, wurde der Wagen ab 2003 von den SBB im Allgäu-Express (alex) zwischen München und Oberstdorf in einer weißen Lackierung eingesetzt. Bei der Aufarbeitung wurden in den ersten beiden Abteilen die mittleren Sitze durch eine Ablagefläche mit integrierten 220 V-Steckdosen ersetzt, die Sitzbezüge erhielten ein rot/graues Dessin. Nach der Übernahme dieser Leistung durch die Länderbahn bekam der Wagen die Arriva-Lackierung in weiß/türkis und lief in den alex-Zügen zwischen München und Hof. Mangels Bedarf in der 1. Klasse wurde er zeitweise nur noch

als Wagen der 2. Klasse eingesetzt, 2012 vermietete die Länderbahn ihn mit zwei weiteren Avmz an den „Hamburg-Köln-Express“. Seit 2017 ist der Wagen wieder in den TEE-Farben lackiert und wird von der AKE-Eisenbahntouristik seitdem hochrangig in einem der berühmtesten Züge überhaupt, dem „Rheingold“, eingesetzt.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.0 – Wagennummer: 56 80 19-94 040-8

Die DB hatte vom TEE-Komitee die Genehmigung erhalten, den Fernschnellzug „Blauer Enzian“ zum Sommer 1965 in einen Trans-Europ-Express mit dem entsprechenden Wagenmaterial umzuwandeln. Der Zuglauf Hamburg – München (erst ab 1970 erfolgte die Verlängerung nach Klagenfurt/Zell am See) widersprach zwar etwas dem europäischen TEE-Gedanken (wie auch beim „Rheinpfeil“ Dortmund – München), als Ausgleich durften aber die französischen Staatsbahnen ihren nicht minder berühmten „Mistral“ zwischen Paris und Nizza ebenfalls zum TEE hochstufen.

Für den „Blauen Enzian“ wurden deshalb fünf klimatisierte Abteilwagen der Rheingold-Bauart – ebenfalls wieder bei der Waggon- und Maschinenbau GmbH in Donauwörth – bestellt, allerdings nicht mehr mit den damals üblichen klotzgebremsten Drehgestellen. Unser Wagen, als erster aus dieser Serie am 22.04.65 mit der Nummer 10432 (ab 1966 computergerecht 61 80 19-80 110-8), geliefert, war der erste TEE-Abteilwagen mit Scheibenbremsen, der Fahrkomfort wurde dadurch wesentlich erhöht.

Ab 1968 erreichte der TEE „Blauer Enzian“ mit diesen Wagen und bespannt mit einer der schönsten deutschen Lokomotiven, der „E 03“ zwischen München und Augsburg erstmals planmäßig die magische Marke von 200 km/h, mit besonderer Überwachung der Strecke und der Fahrzeuge. Erst das tragische Unglück 1971 in Rheinweiler beendete diese „Schnellfahrten“ und begrenzte die Höchstgeschwindigkeit wieder auf 160 km/h. Viele Jahre in München beheimatet, war unser Wagen dann in allen TEE- und IC-Zügen anzutreffen.

Im Juni 1980 wurde das Fahrzeug komplett aufgearbeitet und die Dampfheizung entfernt, die elektrische Ausrüstung wurde für einen ausschließlichen Einsatz im Bahnstromnetz von Deutschland, Österreich und der Schweiz angepasst. Ausgerüstet mit Schlingerdämpfern war der Wagen nun endgültig für 200 km/h geeignet und erhielt die Wagennummer 61 80 19-94 040-1. 1989 wurde der Wagen in den IC-Produktfarben weiß/orientrot lackiert und blieb weiterhin in IC-/EC-Diensten.

Nach über 35 Betriebsjahren erfolgte am 31.08.2001 die Ausmusterung bei der DB. Da der Wagen in einem guten Zustand war und immer noch einen hohen Komfort aufwies, lief er ab 2003 im Allgäu-Express (alex) zwischen München und Oberstdorf, nach der Übernahme durch die Länderbahn in 2008 in der weiß/türkisfarbenen Arriva-Lackierung. Das Fahrzeug erhielt bei der Aufarbeitung für den alex neue Polsterbezüge in rot/grau und in den ersten beiden Abteilen Ablageflächen anstelle der mittleren Sitze. 2012 vermietete die Länderbahn den Wagen für Einsätze im Hamburg-Köln-Express (HKX).

Seit 2017 ist das Fahrzeug bei der AKE-Eisenbahntouristik eingestellt und wieder in den TEE-Farben beige/purpurrot lackiert. Es ist seitdem standesgemäß im AKE „Rheingold“ eingesetzt.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.0 – Wagennummer: 56 80 19-94 049-9

Die DB-Fahrzeugbeschaffungen in den sechziger Jahren orientierten sich an der Einführung neuer TEE-Züge bzw. der Umwandlung bestehender TEE mit dem Dieseltriebzug VT 11.5 in lokbespannte Züge. So wurden 1967 für den neuen TEE „Rembrandt“ und die Umstellung des TEE „Rhein-Main“ (dem späteren „van Beethoven“) weitere 15 Abteilwagen bei der Waggon- und Maschinenbaufabrik Donauwörth bestellt. Die Fahrzeuge besaßen bereits steile Dachenden und waren mit ihren scheibengebremsten Drehgestellen für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h geeignet.

Unser Wagen stammt aus dieser Serie und wurde mit der Betriebsnummer 61 80 19-80 119-9 am 05.07.1967 in Dienst gestellt. Seine Energieversorgung war für alle europäischen Bahnstromsysteme geeignet, eine Dampfheizung war aufgrund der internationalen Vereinbarungen und der Vorheizanlagen ebenfalls noch vorhanden.

Eine Besonderheit hatte der Wagen jedoch: Das Abteil 6 war als Zugsekretariat nutzbar. Dort befanden sich auch die Anschlüsse für das Funktelefon und ein Steuergerät für Lautsprecherdurchsagen. Die übertragungstechnischen Einrichtungen waren am Wagenende in einem Schrank eingebaut, darüber war auf dem Dach die Funkantenne installiert. „Zugpostfunk“ nannte sich das damals.

Die Zugsekretärin vermittelte über das „Fernamt“ der Deutschen Bundespost Telefongespräche in das In- und Ausland. Anrufe in den Zug waren ebenfalls möglich, der gewünschte Gesprächspartner wurde dann über Lautsprecher in das Sekretariat gebeten. Die junge Dame nahm ansonsten Diktate auf, führte Schreibarbeiten aus, leitete Post am nächsten Haltebahnhof weiter, übermittelte Telegramme und stand auch als Dolmetscherin zur Verfügung. Es gehörte weiterhin zu ihren Aufgaben, den nächsten Haltebahnhof mehrsprachig anzukündigen und auf das Angebot im Speisewagen hinzuweisen.

Nachdem die Deutsche Bundespost 1977 ihr Funktelefonnetz auf einen Selbstwähldienst umgestellt hatte und die DB ab 1980 alle Großraumwagen mit einem Münztelefon ausstattete, wurde der Service des Zugsekretariats ab 1982 nicht mehr angeboten.

Die erste Heimat unseres Wagens war München, von dort aus lief er dann im „Rembrandt“ nach Amsterdam und als Folgeleistung im „Rhein-Main“ nach Frankfurt (M), am nächsten Tag wurde die Gegenrichtung bedient. Mit der Einführung des IC-Netzes im September 1971 wurde dieser zweitägige Umlauf auf einen viertägigen erweitert, neben IC-Leistungen kam auch der TEE „Saphir“ Nürnberg – Brüssel – Frankfurt (M) hinzu.

1978 wurde die Höchstgeschwindigkeit des „Rembrandt“ – wenn auch nur zwischen München und Augsburg – auf 200 km/h erhöht, damit war unser Wagen dort nicht mehr verwendbar, wurde nach Frankfurt (M) umbeheimatet und von dort in noch verbliebenen 160 km/h schnellen TEE- und IC-Zügen eingesetzt.

1983 erfolgte eine komplette Aufarbeitung des Fahrzeugs, es erhielt dabei neue, dichtere Fenster, an den Einstiegen eine weitere klappbare Trittstufe und neue, türkisfarbene Sitzbezüge. Durch Umbauten an den Drehgestellen war der Wagen nun für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h geeignet, seine Wagennummer änderte sich dadurch in 61 80 19-94 049-2. Die Dampfheizung entfiel, die elektrischen Einrichtungen wurden zur Senkung der Instandhaltungskosten auf das Bahnstromsystem von Deutschland, Österreich und der Schweiz angepasst.

In den folgenden Jahren war er in IC- und EC-Zügen in diesen Ländern eingesetzt, ab 1990 im IC-Farbkleid weiß/orientrot mit pastellviolettem Absetzstreifen und das bis zu seiner Ausmusterung am 31.05.2001.

2004 wurde er von der FLEX-AG erworben, die ihn im Flensburg-Express zwischen Hamburg und Padborg einsetzte. Nach der Insolvenz dieser Firma wurde der Wagen von einem Privatmann übernommen. 2011 erhielt der Wagen eine Lackierung in beige/kobaltblau für Einsätze in Sonderzügen der Centralbahn. Seit 2013 ist er bei der AKE-Eisenbahntouristik und verstärkt in beige/purpurrot lackiert seitdem den komfortablen Wagenpark unseres „Rheingold“-Zuges.

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Beispiel Sitzplatzverteilung

TEE-Abteilwagen Avmz 111.0 – Wagennummer: 56 80 19-94 065-5

Mit Beginn des Sommerfahrplans 1969 war die Einführung des TEE „Roland“ zwischen Bremen und Mailand vorgesehen. Hierfür beschaffte die DB bei der Waggonfabrik Wegmann & Co. in Kassel neun Abteilwagen in der üblichen TEE-Ausstattung, mit scheibengebremsten Drehgestellen, von der Energieversorgung für alle europäischen Bahnstromsysteme geeignet, aber auch mit einer Dampfheizung ausgerüstet für die damals häufig noch vorhandenen dampfbetriebenen Vorheizanlagen in den Abstellbahnhöfen.

Die Indienststellung unseres Wagens erfolgte am 25.09.1968 mit der Betriebsnummer 61 80 19-80 135-5.

„Roland“ und „Rheingold“ waren durch ihren – für das TEE-System untypischen – Kurswagenaustausch in Basel immer eng miteinander verbunden. Als nach 1970 ein Mischbetrieb klotz- und scheibengebremster Fahrzeuge zulässig war, liefen die Bremer Wagen des „Roland“ in einem komplizierten mehrtägigen Umlaufplan mit den Mailänder Kurswagen des „Rheingold“.

Diese Leistungen hielten sich bis zum Ende der siebziger Jahre, nach der Einstellung des TEE „Roland“ wurde der Wagen von Köln aus in IC-Diensten, die nur eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erforderten, eingesetzt.

Eine Vollaufarbeitung des Wagens erfolgte Anfang 1983, ab 01.03.83 war unser Wagen mit der Nummer 61 80 19-94 065-8 für 200 km/h zugelassen. Es war jedoch die nun nicht mehr benötigte Dampfheizung ausgebaut und die elektrische Einrichtung an eine Verwendung nur noch in den Bahnstromnetzen von Deutschland, Österreich und der Schweiz angepasst worden. In diesen drei Ländern war das Fahrzeug dann weitere knapp 20 Jahre in IC- und EC-Leistungen anzutreffen, ab September 1993 in den IC-Produktfarben weiß/orientrot mit einem pastellvioletten Absetzstreifen.

Die verstärkte Ablieferung neuer ICE-Züge und die Ausweitung dieses Netzes machte den Wagen für die DB entbehrlich, die Ausmusterung erfolgte deshalb im April 2002.

Die gediegene Ausstattung und der hohe Komfort ließ aber eine Weiterverwendung zu, so dass der Wagen 2005 von einem Privatmann erworben wurde und seine Original-TEE-Lackierung zurückerhielt. Von Mai 2013 bis März 2014 war er für eine Verwendung im Hamburg-Köln-Express vermietet, bis der Wagen 2014 bei der AKE-Eisenbahntouristik eingestellt wurde, die ihn nun wieder in ihrem „Rheingold“ einsetzt.

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Beispiel Sitzplatzverteilung