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Drei Szenen mit Menschen, die in einem Zugabteil mit roten Sitzen und großen Fenstern sitzen und sich unterhalten oder ein Reiseprogramm anschauen.
Blick in den Großraumwagen des AKE_RHEINGOLD mit rot bezogenen Sitzplätzen

Die Großraumwagen und ihre Geschichte

In unseren beiden Großraumwagen nehmen Sie auf Einzel- oder Zweierplätzen, die jeweils hintereinander in Reihe angeordnet sind, Platz. Bei einem Sitzplatzwunsch in den Großraumwagen bitten wir um frühzeitige Mitteilung, da diese in der Regel stark nachgefragt und daher bereits früh ausreserviert sind.

Da es sich bei beiden Fahrzeugen um Einzelstücke handelt, kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass ein Wagen aufgrund eines Defekts oder notwendiger Wartungsarbeiten kurzfristig aus dem Zugverband genommen und durch einen Abteilwagen ersetzt werden muss.

Wir bitten daher um Verständnis, dass wir aufgrund dessen keine Garantie für einen Sitzplatz im Großraumwagen geben können und entsprechende Anfragen als unverbindliche Kundenwünsche aufnehmen.

Informationen zum Apmz 121.2 – Wagennummer: 56 80 18-95 001-0

Wie bereits im TEE-Triebwagenzug VT 11.5 von 1957 wurden auch 1962 für den neuen Rheingold-Zug neben den klassischen Abteilwagen in Anlehnung an die Pullman-Fahrzeuge Großraumwagen mit Mittelgang und Reihenbestuhlung (damals auch Flugzeug-Bestuhlung genannt) vorgesehen. Etwa 25% der Reisenden entschieden sich für diese Bauart, während die Mehrheit Abteile bevorzugte. Dementsprechend wurde das Verhältnis Abteil-/Großraumwagen auf 2 bis 3 zu 1 festgelegt.

Unser Wagen entstammt einer Nachbauserie von 1971 und wurde von der Maschinenfabrik MAN am 28.09.71 geliefert, gerade noch rechtzeitig zum Start des damals ausschließlich erstklassigen IC-Netzes. Der 160 km/h schnelle und für alle europäischen Bahnstromsysteme geeignete Wagen wurde in Frankfurt (M) beheimatet und in TEE- und IC-Zügen eingesetzt.

Die Liegesessel der Fa. Bremshey mit einer Neigbarkeit der Rückenlehne um 23 cm bieten einen sehr hohen Sitzkomfort und konnten anfangs bei Fahrtrichtungswechseln mit wenigen Handgriffen gedreht werden.

Die Rückenlehnen hatten 1971 allerdings noch keine integrierten Klapptische, eine Abstellmöglichkeit boten nur kleine, schwenkbare Tische an den Seitenwänden. Der Reihenabstand von 1,17 m ist bis heute unerreicht, beim neuesten ICE 4 ist dieses Maß in der ersten Klasse bereits auf 93 cm verringert worden. Selbstverständlich entspricht auch die Fensterteilung der Sitzplatzanordnung, „Wandfensterplätze“ gibt es bei uns nicht.

Ab 1976 war Dortmund seine neue Heimat und das fast 25 Jahre lang. Seit April 1977 ist unser Wagen durch Umbauten an den Drehgestellen für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h zugelassen.

1980 hatte die Deutsche Bundespost ihr (noch analoges) Funktelefonnetz auf einen Selbstwähldienst umgestellt. Die bislang von der Zugsekretärin durchgeführte Vermittlung von Telefongesprächen über das „Fernamt“ war deshalb nicht mehr erforderlich. Über ein in der Garderobe installiertes Münztelefon konnte die Gesprächsverbindung nun selbst hergestellt werden, dieser „Münzer“ wurde nach 1990 durch ein Kartentelefon ersetzt.

Nach rund 19 Jahren und der damit etwa halben zu erwartenden Nutzungszeit wurde unser Wagen 1990 komplett aufgearbeitet. Dabei erhielt er u.a. neue Fenster, die einen besseren Schutz vor eindringender Feuchtigkeit versprachen, die bisherigen Rückenlehnen wurden durch solche mit integrierten Klapptischen ersetzt und alle Polster mit weinrotem Bordürenstoff bezogen. Es entfiel jedoch die Möglichkeit, die Sitze in Fahrtrichtung zu drehen. Um die Instandhaltungskosten zu senken, wurde die elektrische Anlage auf eine Verwendung nur im Bahnstromnetz von Deutschland, Österreich und der Schweiz zurückgebaut. Die Neulackierung erfolgte in den IC-Produktfarben weiß/orientrot mit pastellviolettem Absetzstreifen. Dermaßen ausgerüstet versah unser Wagen von Basel aus weiterhin seinen Dienst im IC- und EC-Netz bis zu seiner Ausmusterung im Jahre 2004.

Danach wurde er von einem Privatmann erworben, wieder in den TEE-Farben lackiert und betriebsfähig erhalten, bis er 2011 von der
AKE-Eisenbahntouristik gekauft wurde. Er bietet nun – wie früher – eine komfortable Alternative zu den Abteilwagen in unserem
„AKE-Rheingold“.

Technische Daten: Hersteller Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG, Baujahr 1971, Länge 26,4 m, Gewicht 43 t, Höchstgeschwindigkeit 160 km/h bei Ablieferung, ab 1977 200 km/h, Heizung mit Klimaanlage und Luft als Energieträger

Sitzplatzaufteilung

Informationen zum Apmz 125.4 – Wagennummer: 61 80 18-95 434-6

Wie unser erster Großraumwagen stammt auch dieses Fahrzeug aus der Nachbauserie von 1971 und wurde für das damals ausschließlich erstklassige IC-Netz beschafft. Es stand leider nicht rechtzeitig  zum Start des Intercity-Netzes im September 1971 zur Verfügung, sondern konnte von der Maschinenfabrik MAN in Nürnberg erst am 08.03.72 als Apümz 121 mit der Wagennummer 61 80 18-70 034-3 geliefert werden.

Unser Wagen hatte bereits scheibengebremste Drehgestelle, die eine größere Laufruhe ermöglichten als zuvor mit den älteren Klotzbremsen und war für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zugelassen. Das war auch ausreichend, nach dem tragischen Zugunglück 1971 in Rheinweiler wurden die 200 km/h- Schnellfahrpläne der DB vom Verkehrsministerium zunächst auf Eis gelegt.

Eingebaut wurde aber schon die neue, leistungsfähigere Klimaanlage der Fa. BBC mit Luft als Energieträger. Bei den älteren Wagen wurde die eingeblasene Luft noch aufwendig durch Wasser gekühlt oder erwärmt. Die elektrische Ausrüstung erlaubte einen Einsatz in allen europäischen Bahnstromsystemen. Die Inneneinrichtung war wie bisher mit Nussbaumfurnier an den Wänden und rauchblauen Sitzen gehalten, die zwar im Vergleich zu den Vorgängerbauarten von der Fa. Bremshey etwas weiterentwickelt waren, aber immer noch keine Klapptische besaßen, sondern nur kleine schwenkbare, viertelkreisförmige Tischchen an den Seitenwänden. Der Sitzabstand von 1,17 m und eine Neigbarkeit der Rückenlehne um 23 cm sind bis heute nicht mehr erreicht worden.

Die erste Heimat des Wagens war in München, von dort aus lief er im bekannten „Gambrinus“ (nach dem legendären König, der das Bierbrauen erfunden haben soll) über Stuttgart und Köln nach Hamburg, war aber gewiss auch in den TEE „Erasmus“ und „Rheingold“ anzutreffen, für die München ebenfalls das Wagenmaterial stellte.

1978 wurden die Drehgestelle durch zusätzliche Schlingerdämpfer für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h (die aber nur auf wenigen Strecken erreicht werden durfte) ertüchtigt, verbunden mit einer Umzeichnung in 19-90 034-9 und einer Umbeheimatung nach Hamburg. Von dort aus war unser Wagen aber auch wieder im „Rheingold“ eingesetzt: Die drei 1. Klasse-Wagen des IC „Hispania“ Hamburg – Genf bildeten am Folgetag den TEE „Rheingold“ Genf – Amsterdam, retour entsprechend. Lange hielt er es aber nicht an der Elbe aus, es zog ihn zurück an die Isar, ab Herbst 1982 war er wieder in München zuhause.

Zuvor war jedoch in einem Garderobenraum ein „Münzfunkfernsprechapparat“ eingebaut worden. Nach der Abschaffung der Zugsekretariate konnte dort im „Selbstwählferndienst“ telefoniert werden, man sollte jedoch dafür eine größere Anzahl von Fünf-Mark-Stücken in der Tasche gehabt haben. Später wurde der „Münzer“ durch ein Kartentelefon ersetzt. 1982 verlor der Wagen zudem seine Mehrspannungsfähigkeit und wurde, um Unterhaltungskosten zu sparen, für einen Einsatz nur noch Deutschland, Österreich und der Schweiz entsprechend zurückgebaut.

Im Oktober 1987 begann nach der Hälfte der zu erwartenden Einsatzzeit die Vollaufarbeitung des Wagens, die sich bis Februar 1988 hinzog. Dabei erhielt er u.a. neue, dichtere Fenster, Klapptrittstufen an den Einstiegen und auch neue, weinrot bezogene Sitze mit klappbaren Tischen. Es entfiel jedoch die Möglichkeit, die Sitze in Fahrtrichtung drehen zu können.

Glücklicherweise wurde er noch in den üblichen TEE-Farben neu lackiert, wobei das keinen allzu langen Bestand haben sollte: Kurz darauf wurden die „IC-Produktfarben“ weiß und orientrot mit pastellviolettem Absetzstreifen eingeführt, im Frühjahr 1995 erhielt er dann eiligst als einer der letzten Wagen dieses Farbkleid.

Wenig später wurde jedoch an unserem Wagen ein „Redesign“ durchgeführt mit lichtgrauen Wandverkleidungen und himbeerroten Sitzbezügen, die Farb- und Designvorstellungen waren zu der Zeit doch recht kurzlebig. An den Wagenenden wurden jeweils zwei vis-a-vis-Sitzgruppen mit blauen Tischen fest angeordnet, lackiert wurde er in den ICE-Farben weiß und verkehrsrot.

So ausgestattet erhielt das Fahrzeug die Gattungsbezeichnung Apmz 125.4 und die Wagennummer 18-95 434-6. Seine Münchner Heimat musste der Wagen auch verlassen, er fristete sein Dasein ab 2005 in der Knotenpunkt-Reserve Leipzig als Ersatz für ausgefallene oder stark verspätete IC- oder ICE-Züge, ab 2016 herabgestuft in die 2. Klasse als Bpwmz 28-95 495-5. Die Ausmusterung bei der DB AG erfolgte nach 48 Einsatzjahren im April 2020, das Fahrzeug wurde dann in Leipzig abgestellt.

Im Frühjahr 2025 konnte dieser äußerlich gut erhaltene Wagen von der AKE-Eisenbahntouristik übernommen werden und erhielt im Sommer 2025 seine ursprüngliche TEE-Farbgebung aus 1972 wieder.

Allerdings bot die Inneneinrichtung einen traurigen Anblick: Die Sitze waren durchgesessen, die Polster verschlissen, verschmutzt und faltig, insgesamt in einem Zustand, den wir unseren Gästen nicht zumuten konnten.

Mit großem Aufwand wurden die Sitze jedoch aufgearbeitet und mit neuem Polsterstoff bezogen, sodass wir Ihnen jetzt auch hier wieder komfortable und bequeme Liegesessel anbieten können.

Wir hoffen, dass Sie sich auch in unserem zweiten Großraumwagen wohlfühlen und wünschen Ihnen eine angenehme Reise!

Schon gewusst-125.4

Sitzplatzaufteilung